Die Gemini Wallet Challenge – mein erstes Lederprojekt im Wettbewerb
Im März 2025 habe ich zum ersten Mal an einer Handwerks-Challenge teilgenommen: der Gemini Wallet Challenge von Lunar Leather. Für mich war das mehr als nur ein Wettbewerb – es war mein erstes Projekt außerhalb meines gewohnten Rahmens. Und ein Schritt, der viel in Bewegung gesetzt hat.
Vom Halsband zur Geldbörse – der Sprung ins Unbekannte
Ich bin Anfang 2024 ins Lederhandwerk eingestiegen. Zuerst mit Hundehalsbändern und Leinen – funktional, robust, praktisch. Aber je mehr ich mich mit dem Material beschäftigte, desto größer wurde mein Wunsch, auch darüber hinaus zu arbeiten. Die Gemini Wallet Challenge kam genau zur richtigen Zeit: ein klarer Rahmen durch das Schnittmuster, aber gestalterische Freiheit. Ich wollte ausprobieren, ob ich aus einer vorgegebenen Form etwas Eigenes machen kann – mit meiner Handschrift, meiner Idee, meinem Stil.
Das Thema: Ein Drache bewacht seine Beute
Die Idee kam durch das Material: Ein Stück silberfarbenes Metallic-Leder mit glatter, glänzender Oberfläche. Es reflektierte das Licht wie gehärtete Schuppen – kühl, auffällig, aber nicht kitschig. Ich hielt es in der Hand und wusste: Das wird ein Drachenwallet.
Nicht als plakatives Fantasy-Motiv. Sondern als subtile, edle Umsetzung, inspiriert von einer meiner liebsten Geschichten. Der Leitsatz stand schnell fest:
„… denn ein Drache bewacht seine Beute, solange er lebt.“
(Der Hobbit)
Was könnte besser zu einem Portemonnaie passen?
Gestaltung und Umsetzung – mit Struktur und Gefühl
Ich wollte, dass das Wallet aussieht wie etwas Wertvolles. Wie ein Gegenstand, den man nicht einfach in die Ecke wirft, sondern den man mit einem gewissen Respekt behandelt. Die silberne Oberfläche war der Hauptakteur – alles andere musste sich daran orientieren.
Für das Innenleben wählte ich ein dunkles, mattes Leder als Kontrast. Die Kanten schliff und polierte ich sorgfältig von Hand. Die Nähte hielt ich bewusst dezent, um die Fläche wirken zu lassen. Innen ist das Wallet klassisch aufgebaut – die Kartenfächer, funktional und klar gegliedert. Alles sollte nicht nur gut aussehen, sondern auch im Alltag funktionieren.
Es war ein kleiner Balanceakt: genug Struktur, um spannend zu sein – aber nicht zu viel, um das klare Design nicht zu stören.
Was mir die Challenge bedeutet hat
Dieses Wallet war mein erstes Projekt, das nicht für den Shop, nicht für einen Kunden und nicht für den Hund war – sondern nur für mich. Für meine eigene Entwicklung. Für mein kreatives Wachstum. Ich habe daran gelernt, wie sich Ideen konkret umsetzen lassen, wie sich Grenzen verschieben lassen – und wie gut es tut, ein Projekt einfach nur zu machen, weil es einen selbst begeistert.
Ich habe mich in dieser Zeit intensiv mit Materialien, Werkzeugen und Verarbeitung beschäftigt. Und ich habe gemerkt, dass ich gar nicht alles perfekt können muss – sondern einfach anfangen kann. Der Rest kommt beim Tun.
Rückblick: Ein kleiner Anfang, der viel bewegt hat
Die Gemini Wallet Challenge war mein Einstieg in eine andere Seite des Handwerks: das freie Gestalten. Ich habe gemerkt, dass mir Wettbewerbe guttun – weil sie mich zwingen, klarer zu denken, mutiger zu planen und konsequenter zu gestalten. Dass ich das Ergebnis öffentlich geteilt habe, war für mich fast der größte Schritt. Und ich bin froh, ihn gegangen zu sein.
Danke für Inspiration & Unterstützung
Ein großes Dankeschön geht an @lunarleather für die Organisation und das tolle Schnittmuster. Und an @saskia_buschbaum von @schwarzwaldleinen und @joliedog_handmade, die mich in dieser Zeit begleitet und motiviert haben. Ohne euch hätte ich mich vielleicht nicht getraut, dieses Projekt durchzuziehen – oder wäre auf halber Strecke hängengeblieben. Danke fürs Anschieben, Mitfreuen, Feedback geben.




